Manyas ist eine Stadt und ein Landkreis der türkischen Provinz Balıkesir. Die Stadt liegt etwa 45 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Balıkesir. Seit einer Gebietsreform 2012 ist die Kreisstadt flächen- und einwohnermäßig identisch mit dem Landkreis.
Der Landkreis liegt im Norden der Provinz. Er grenzt im Südosten an Susurluk, im Süden an den zentralen Landkreis, im Südwesten an Balya, im Westen an Gönen und im Norden an Bandırma. Im Norden grenzt der Landkreis an den See Manyas Gölü (auch Kuş Gölü, deutsch „Vogel-See“). Der See wurde 1959 wegen seines Artenreichtums und der Gefährdung durch Industrieabwässer zum Nationalpark Kuş Cenneti Milli Parkı erklärt, was aber die Verschmutzung kaum verhindern konnte, sodass vom einstigen sogenannten Vogelparadies (türkisch Kuş Cenneti) nur wenig erhalten ist. Etwa zwei Kilometer nördlich passiert der Fluss Manyas Çayı (auch Koca Çayı, Madras Deresi, Manyas Deresi oder Kadıköy Deresi) die Stadt und mündet in den See.
In Manyas ereignete sich am 6. Oktober 1964 ein Erdbeben mit einer Stärke von 6.9 auf der Mercalliskala. Bei dem Beben wurden 23 Personen getötet und mehrere Tausend Gebäude schwer beschädigt.
Im Nordosten des Landkreises, beim Dorf Ergili, nur etwa zwei Kilometer vom Ufer des Manyas Gölü entfernt, liegen die Ruinen der antiken Stadt Daskyleion, die seit 1988 von der türkischen Archäologin Tomris Bakır ausgegraben werden.